Vor dem Start eine Rebellion Hans Mang Gründungsvorsitzender / Anton Bangert Dirigent Wer in Richard Zoozmanns „Zitatenschatz der Weltliteratur“ blättert, findet eine Fülle von Sprichwörtern und Redensarten, die sich sowohl mit dem Gesang als auch mit dem Verhältnis zwischen Jung und Alt auseinandersetzen. Der wohl bekannteste Aphorismus aus der Sammlung hat es sogar bis in die Rubrik „Volksweisheiten“ geschafft: „So wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.“ Einmal abgesehen davon, dass Chöre nicht zwitschern, sondern nach Noten singen, darf der Sinngehalt dieses reichlich antiquiert daher kommenden Spruches auch sonst in Zweifel gezogen werden. Im Falle der „Harmonie“ wurde er sogar in sein Gegenteil umgekehrt; heißt: Weil sie eben nicht mehr so „sungen“ wollten wie die Alten, suchten die vornehmlich jüngeren Aktiven des Sängerquartetts 1896 Heppenheim vor 50 Jahren nach einem Ausweg, entschieden sich für eine Abspaltung und hoben als Konsequenz daraus den MGV „Harmonie“ aus der Taufe. Unser heutiger Ehrenvorsitzender Willi Gremm war von der Stunde null an dabei. „Ich gehörte damals auch zu den Rebellen“, blickt er zurück auf den 27. November 1965, an dem er und seine Mitstreiter mit der Neugründung Nägel mit Köpfen machten. Vorausgegangen waren über viele Monate schwelende Streitereien, auf die in dieser kleinen Festschrift einzugehen nicht schicklich wäre. Für die seinerzeitige Situation bietet Zoozmanns  Sammlung ein vielleicht zu derbes, den Kern der Probleme aber doch zutreffendes Zitat: „Junge Rebe muss verdorren, kommt sie neben alte Knorren.“ Die als „Palastrevolution“ empfundene Abspaltung ist kein Thema mehr. Das Verhältnis zum Sängerquartett 1896, in dem längst eine andere Generation das Sagen hat, ist gut. Wenn auch getrennt, so sitzen beide Chöre doch in einem (Sänger-)Boot. Das verbindet. Dass die Vorgänge von 1965 an dieser Stelle dennoch nicht ausgeklammert werden, gebietet schon insofern die Chronistenpflicht, als sich die Geschichte beider Vereine nicht isoliert voneinander betrachten lässt. Anders formuliert: Ohne das Sängerquartett gäbe es keine Harmonie. Den Gründervätern unseres Vereins gebührt auch im Abstand von fünf Jahrzehnten ein Lob. Als sie im November 1965 zur konstituierenden Versammlung ins Lokal „Zum Rothe-Franz“ einluden, war alles bestens vorbereitet. Dem Zufall wollten die damals noch jungen Männer nichts überlassen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Auf Anhieb traten 31 Heppenheimer dem Verein bei und wählten Hans Mang zu ihrem 1. Vorsitzenden und Heinz Adelmann zu dessen Stellvertreter. Walter Helfrich übernahm in Doppelfunktion die Ämter des Rechners und des Schriftführers. Der Vorstand wurde komplettiert von den Beisitzern Ernst Flath für die aktiven und von Friedrich Schmitt für die passiven Mitglieder. „Jetzt die Ärmel hochkrempeln und ran an die Arbeit“, hieß das Motto nachfolgender Sitzungen und Versammlungen, in denen neben anderem über die Namensgebung abgestimmt wurde. Resultat: Der neue Verein sollte „Harmonie“ heißen – ein Name, der ganz bewusst nicht nur auf die chorische Arbeit, sondern genauso aufs einträchtige Miteinander nach den Proben abzielte. Der Name Harmonie wurde so zu einem auf alle Vereinsebenen übertragenen Programm. Dass der „Jungspund“ 1965 gut aus den Startlöchern kam, war nicht zuletzt ein Verdienst von Anton Bangert, dem ersten Dirigenten der Harmonie. Von seiner fachlichen Qualität her sowieso ein Glücksfall, sorgte er auch für eine menschlich angenehme Atmosphäre. Als Primus inter pares fühlte sich Anton Bangert stets als Gleicher unter Gleichen. Im ersten Jahr seiner Tätigkeit arbeitete er zum Nulltarif, ab 1966 für nur 40 Mark  monatlich – wie sich die Zeiten doch ändern. Der Apfel fällt übrigens nicht weit vom Stamm: Bangerts Kinder Klaudia Semmler und Gerold Bangert haben das Erbe ihres Vaters angetreten und stehen unserer Harmonie als Vizedirigenten zur Verfügung. Angehörigen der Erlebnisgeneration wird es weh ums Herz, wenn sie die Liste der Gründer durchgehen. 24 der 31 Männer, die von Anfang an dabei waren, sind inzwischen verstorben. Als Mitglieder trugen sich am 27. November 1965 ein: Heinz Adelmann, August Antes, Heinrich Antes, Hans Dietl, Jean Emig, Ernst Flath, Gerhard Flath, Philipp Flath, Heinrich Freiberger sen., Friedrich Gremm, Willi Gremm, Karl Gremm, Günther Heinhold, Walter Helfrich, Adolf Hilkert, Manfred Hönig, Georg Hofmann, Karl Leute, Georg Lotter, Hans Mang, Volker Mang, Heinrich Meffert, Michael Mülbert, Josef Püchner, Georg Reif, Wolfgang Renn, Friedrich Richter, Franz Roth, Friedrich Schmitt, Manfred Schneider, Theo Zalisch. Verein mit Frauenpower Acht Ämter in weiblicher Hand / Gründung des Frauenchors Chroniken laufen immer Gefahr, als nicht ganz vollständig empfunden zu werden. Was den einen als wichtig erscheint, ist anderen nur eine Randbemerkung wert – wenn überhaupt. Unabhängig davon dürfte Einigkeit darüber bestehen, dass die Harmonie-Mitglieder bei der Wahl ihres Führungspersonals stets ein glückliches Händchen hatten. Die von den Gründern  erzeugte Aufbruchstimmung übertrug sich nahtlos auf nachfolgende Vorstandsgenerationen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn auch unter veränderten und schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen agierend, steht die Harmonie im 50. Jahr ihres Bestehens noch vergleichsweise gut da. Allerdings: Weil auch bei uns niemand laut „Hier“ ruft, wenn Ehrenämter zu vergeben sind, werden die Geschicke des Vereins inzwischen von einem Vierer-Gremium geleitet. Das Amt des Vorsitzenden teilen sich dabei gleichberechtigt – in alphabetischer Reihenfolge – Uschi Rudolf-Ambos, Heidi Helfrich, Simone Onimus und Hanne Vettel. Die Position der Rechnerin wird von Antje Kilian, jene der Schriftführerin von Margit Vogel wahrgenommen. Als Beisitzer gehören dem Vorstand Beate Schmidl, Ingrid und Wolfgang Luber sowie Rainer Kruppa an. Dass acht von zehn Mitgliedern des aktuellen Vorstands unter die Rubrik „weiblich“ fallen, ist Beleg für den strukturellen Wandel, den der Verein genommen hat. Letzter männlicher Vertreter im geschäftsführenden Führungsgremium war als Vorstandssprecher Reinhard Helfert. Nach seinem Ausscheiden 2013 stellen, von zwei Beisitzern abgesehen, durchweg Frauen die Weichen der Vereinspolitik. Ganz so verwegen ist der Vergleich nicht: Was in der Industrie unmöglich scheint, nämlich die Einführung der Frauenquote, wird von der Harmonie übererfüllt. Das sogenannte „schwache Geschlecht“ ist in ihren Reihen bärenstark vertreten. Das war bei der Gründung im November 1965 noch ganz anders. Als reiner Männergesangverein aus der Taufe gehoben, standen 40 Jahre lang ausschließlich Herren auf der Kommandobrücke. Auf Hans Mang (1965 bis 1967) folgte für zwei Wahlperioden bis 1971 zunächst Wolfgang Renn, dessen Engagement in der Administration umso bemerkenswerter war, als er in der  Nachfolge von Anton Bangert ab 1968 parallel die Rolle des Chorleiters ausfüllte (bis 1981). Sicherlich einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt hat Walter Helfrich. Dass er nach seiner Wahl 1971 über den Zeitraum von gut 25 Jahren mehrfach als Vorsitzender bestätigt wurde, war die logische Konsequenz seiner hervorragenden Arbeit. Helfrich hatte in anderen Funktionen schon dem Gründungsvorstand angehört. Als er im September 1996 für immer die Augen schloss, hinterließ er eine kaum zu schließende Lücke. Willi Gremm, unser heutiger Ehrenvorsitzender, übernahm für ein Jahr die Verantwortung und stellte sich dieser Aufgabe nach dem krankheitsbedingten Rücktritt des verdienstvollen Klaus Semmler (1997 bis 2003) ein zweites Mal. Seit 2004 werden die Geschicke der Harmonie von einem Vierer-Gremium geleitet. Nicht nur nebenbei: Dass diese kleine Festschrift überhaupt erscheinen kann, ist auf die Klein- und Fleißarbeit von Klaus Semmler und Reinhard Helfert zurückzuführen. Erst durch seine Recherche war es möglich, das Vereinsgeschehen chronologisch sinnvoll einzuordnen. Dazu gehört auch das Datum 2. Januar 1989, an dem die Harmonie mit der Gründung eines Frauenchors Zuwachs bekam. Dirigent Wolfgang Müller hatte die Anregung gegeben und rannte damit offene Tore ein. Erste Sprecherin des Chors war Klaudia Semmler, später folgten Uschi Rudolf-Ambos und Heidi Helfrich. Die Sängerinnen lösten eine spürbare Belebung des Vereinslebens aus, die sich unter Wolfgang Müllers Dirigat auch bald in öffentlichen Auftritten niederschlagen sollte. Mit über 45 Sängerinnen in der Spitze stellte die Formation eine beachtliche Größe dar und ließ zahlenmäßig sogar den Männerchor hinter sich. Kein Wohl indes ohne Weh: Im November 2007 schlug das letzte Stündlein des 16 Jahre lang eigenständigen Frauenchors. Obwohl nicht unumstritten, folgten die Sängerinnen der Empfehlung zur Bildung eines gemischten Harmonie-Chors, der es in voller Besetzung auf immerhin noch 48 Aktive bringt. Im Nachhinein betrachtet, war es eine richtige Entscheidung. Die „Singfähigkeit“ des Vereins blieb gewahrt. Amtlich besiegelt wurde der Zusammenschluss 2010 mit einer Namensumbenennung. Das Wort „Männergesangverein“ entfiel aber auch deshalb, weil mit den „New Harmonists“ ein neuer Stern am Heppenheimer Sängerhimmel aufging.               Unsere Vorsitzenden Unsere Dirigenten Hans Mang (1965/66) Anton Bangert (1965 bis 1968) Wolfgang Renn (1967 bis 1971) Wolfgang Renn (1968 bis 1981) Walter Helfrich (1971 bis 1996) Willi Bender (1981 bis 1987) Willi Gremm (1996) Wolfgang Müller (1987 bis 1994) Klaus Semmler (1997 bis 2003)  Helmut Vorschütz (1994 bis 1998) Willi Gremm (2003)  Rainer Desch (1998 bis 2005)  Georg Reinhard (2005 bis 2007) Reinhard Helfert, Uschi Rudolf-Ambos,  Tobias Freidhof (seit 2007) Hanne Vettel, Margot Dietrich (2004 bis 2013) Harmonie aktuell Uschi Rudolf-Ambos, Hanne Vettel, 136 Mitglieder, ca. die Hälfte davon Heidi Helfrich, Simone Onimus aktiv: 48 im gemischten Chor, 30 bei  (seit 2013).  den „New Harmonists“.               Harmonists machen Furore Frischer Wind durch jungen Chor /  Gesangliches Aushängeschild  Aufgaben und Ziele der „Harmonie“ wurden bei der Gründung 1965 unter Paragraf 2 der Satzung festgelegt: „Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Verbreitung des deutschen Liedes. Er will außerdem die Geselligkeit pflegen.“ Beide Kriterien wurden erfüllt, in gewisser Weise sogar übertroffen. So sind die Zeiten, in denen sich die Harmonie nur dem deutschen Lied widmete, schon länger passé.  Gleichwohl wird nach wie vor die klassische Volksweise hochgehalten. Eine beträchtliche Zahl von Pokalen und Plaketten legt Zeugnis ab von vielen früheren Erfolgen. Inzwischen ist die Trophäensammlung beträchtlich angewachsen. Verantwortlich dafür sind die Frauen der „New Harmonists“, die unter der Leitung von Tobias Freidhof einen fast schon kometenhaft anmutenden Aufstieg hinlegten. Gegründet wurde die Gruppe am 10. September 2007 auf Initiative von Margot Dietrich und Uschi Rudolf-Ambos. Vorausgegangen waren Zeitungsaufrufe sowie die Herausgabe eines Flyers. „Wir bevorzugen englischsprachige Popsongs und Gospels“, hieß die eine Botschaft. Die andere: „Das Singen und Swingen mit choreografischen Elementen“ solle ebenfalls Berücksichtigung finden. Auch wenn die Werbung nicht ganz verhallte, löste sie anfangs nicht die erhoffte Resonanz aus. So richtig in die Gänge kamen „New Harmonists“ erst nach dem Dirigentenwechsel von Hans-Georg Reinhard zu Tobias Freidhof. „Es war wie ein Dammbruch“, beschreiben die Gründerinnen rückblickend den Wandel. Der „Neue“, namentlich Freidhof, traf offenbar nicht nur chorisch, sondern auch umgangssprachlich die richtigen Töne. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die „Harmonists“ legten mit gut 30 Frauen nicht nur zahlen-, sondern auch  leistungsmäßig zu und erweiterten ihr Repertoire um Volksweisen und geistliche Chorliteratur.  Nach den Ursachen des Erfolgs muss Margot Dietrich, lange Zeit die „gute Seele“ des Klangkörpers, nicht lange suchen. Die Truppe sei erfolgreich, sagte sie, „weil ihr die Arbeit mit Tobias unheimlich viel Spaß macht“. Nachfolgerin Simone Onimus belegt dies mit Fakten und erinnert dabei an den ersten öffentlichen Auftritt beim Pfingstkonzert 2008 auf dem Marktplatz. Die Presse titelte: „Feuertaufe bestanden“. Es war erst der Anfang zu einer an Höhepunkten reichen Entwicklung: 6. Dezember 2009 erstes eigenes Konzert im Kurfürstensaal; 13.11.2010 Teilnahme am Kreiswertungssingen in Bobstadt und als einziger von 14 beteiligten Chören Aufstieg in die Beletage der Bergsträßer Leistungschöre; 17.9.2011 Silberplakette beim hessischen Chorwettbewerb in Oberursel; 9.6.2013 Golddiplom, 1. Klassen- sowie Dirigentenpreis beim Volksliedersingen in Viernheim; 30.3.2014 Wiederholung dieses Erfolgs in Bürstadt; 28.6.2014 vielbeachteter Auftritt beim hessischen Chorfestival in Gießen. Dem Heppenheimer Publikum stellten sich „New Harmonists“ bei mehreren Konzerten vor, verschiedentlich im Schulterschluss mit dem gemischten Chor. Dass die Chemie stimmt und sich beide Formationen gegenseitig unterstützen, macht – fernab des Leistungsgedankens – dem Vereinsnamen alle Ehre. Konzerte, Konzerte, Konzerte Viele Auftritte – „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ als Höhepunkt Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Das trifft selbstredend auch für die Startphase unter der Leitung des Gründungsdirigenten Anton Bangert zu, der zunächst erst einmal Grundlagen für erst später folgende öffentliche Auftritte schaffen musste. Dass die Bemühungen auf fruchtbaren Boden fielen, belegt die Beteiligung an ungezählten Konzerten befreundeter Vereine. Vorausgegangen waren am 6. Dezember 1965 die Aufnahme in Heppenheims Chorgemeinschaft sowie am 1. Mai 1966 der Beitritt zum Hessischen Sängerbund. Erstmals in den Blickpunkt einer größeren Öffentlichkeit rückte der Harmonie-Männerchor, als er zu seinem 10. Geburtstag 1975 im Vereinshaus ein eigenes Konzert ausrichtete. Ähnliche Veranstaltungen wiederholten sich im Fünfjahres-Rhythmus zu den anderen Jubiläen. In besonders großem Stile wurde 1990 das 25-jährige Bestehen gefeiert. Glückwünsche in Dur und Moll überbrachte dabei die Chorgemeinschaft Krayenburg aus der EX-DDR. Im Rahmen des Festaktes im Kurfürstensaal trat außerdem der 1989 gegründete Frauenchor erstmals vor einem größeren Publikum auf. Die musikalische Leitung lag in Händen des heute noch in bester Erinnerung gebliebenen Dirigenten Wolfgang Müller. Ein Jahr später (1991) luden Männer- und Frauenchor zu einem geistlichen Konzert in den „Dom der Bergstraße“ ein. Einen Farbtupfer setzte dabei ein aus dem japanischen Immabari kommender Gastchor. Auf eine besonders große Resonanz stieß das zum 30. Jahrestag der Gründung organisierte Festkonzert in der Erbacher Mehrzweckhalle. Über 700 Besucher waren begeistert, als unter dem Dirigat von Musikschulleiter Helmut Vorschütz (1994 bis 1998) die Aktiven von der Bühne abtraten. Motto des Abends: „Ein Chor stellt sich vor“. Dem Auftritt in Erbach war in Sasbachwalden ein Stimmbildungswochenende vorausgegangen. Weitere Veranstaltungen, die den Rahmen des sonst Üblichen sprengten, fanden 1998 im Zusammenwirken mit dem Heppenheimer Kinder- und Jugendchor statt. Im Jahr 2000 trat die Harmonie, zusammen mit dem Bessunger Kammerchor, unter der Leitung des Dirigenten Rainer Desch sowie 2003 anlässlich der Musikwochen jeweils in der Kirche Sankt Peter auf. Eine neue Seite in der Chorarbeit aufgeschlagen wurde 2007 mit der Verpflichtung von Tobias Freidhof. Verbunden damit war bald die Zunahme öffentlicher Auftritte, angefangen beim traditionellen Pfingstsingen auf dem Marktplatz, überleitend zu einem Freundschaftstreffen mit der Chorgemeinschaft Krayenburg (beide 2008) sowie endend schließlich 2009 mit einem im Zeichen des Advent stehenden Konzert im Kurfürstensaal. Im April 2011bestritten gemischter Chor und „New Harmonists“ in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche „Erscheinung des Herrn“ ein geistliches Konzert. Gut 350 Zuhörer entließen die Formationen erst nach zwei Zugaben. Das Gotteshaus in der Weststadt war 2012 ein weiteres Mal Schauplatz eines von beiden Chören gestalteten Konzerts, das den Verein vor seine bisher größte Herausforderung stellte. Begleitet vom Orchester Sinfonietta Heidelberg und bereichert mit Solopartien von Sabine Kruppa (Trompete) und Jens Lauterbach (Tenor) lieferten die Sängerinnen und Sänger unter der Gesamtleitung von Dom-Kapellmeister Tobias Freidhof eine vom Feuilleton in höchsten Tönen gelobte Leistung ab. Das unter dem Titel „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ stehende Konzert stellte vor allem unter Beweis, dass die jüngeren Mitglieder der „Harmonists“ und die älteren Aktiven des gemischten Chors zwar weitgehend getrennt arbeiten, im Ernstfall aber vereint marschieren. Der Name „Harmonie“ als Synonym für Eintracht soll auch in Zukunft die Richtlinien der Arbeit bestimmen.                                               Geselligkeit als Trumpfkarte Kameradschaftspflege spielt eine wichtige Rolle im Verein Aus den ungezählten Zeitungsartikeln, die in 50 Jahren über die Harmonie abgedruckt wurden, rief beim Verfasser ein nur 30 Zeilen umfassender Zweispalter besonderes Interesse hervor. Überschrift: „Pflege der Kameradschaft.“ In dem Titel spiegelt sich wider, worauf es dem Verein – vom Gesang abgesehen – ebenfalls ankommt. Im Klartext: Ein Chor, der nach der Probe auseinanderläuft, wäre auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Folglich legten schon die Männer um Gründungsvorsitzenden Hans Mang allergrößten Wert auf die Pflege der Geselligkeit. Eine von der Norm abweichende Entsprechung fand dies, als sich 1972 aus den Aktiven eine Fußballelf rekrutierte, die auf dem alten „Galgen“ regelmäßig dem runden Leder nachjagte. Mannschaftssport schweißt immer zusammen. Das Angebot an die einst kickenden Sänger, denen altersbedingt inzwischen die Puste ausgegangen ist, wurde und wird ergänzt mit Wanderungen (Vatertagstour), Weinproben bei Mitglied Freiberger sowie mit einer kaum zu überschauenden Anzahl von Mehrtagesfahrten. Nur einige Beispiele: 1973 war Zell am See das Ziel. Es folgten 1979 der Bayrische Wald, 1982 der Bregenzerwald, 1985 Bichelbach, 1995 das Altmühltal, 2002 Luttach in Südtirol. Die „New Harmonists“ haben inzwischen der Partnerstadt Kaltern einen Besuch abgestattet.  In bester Erinnerung geblieben ist den Mitgliedern vor allem der Aufenthalt in Wilhelmshaven, der Heimatstadt unserer Vorstandssprecherin Hanne Vettel. Die Reise in den hohen Norden (2005) darf mit Fug und Recht als Höhepunkt des Jubiläums „40 Jahre Harmonie“ gewertet werden. Im Mittelpunkt vorausgegangener Geburtstagsfeste standen jeweils Konzerte, so 1985 (20 Jahre Harmonie) im „Halben Mond“ und 1990, als sowohl im Kurfürstensaal auch in der Mehrzweckhalle Erbach in großem Stile das 25-jährige Bestehen gefeiert wurde. Dem Festwochenende eine besondere Note verlieh die Chorgemeinschaft Krayenburg, bei der es sich um Aktive aus den ehemaligen DDR-Ortschaften Tiefenort und Kieselbach handelt. Die Kontakte zu den „Schwestern und Brüdern“ wurden nach einer im März 1990 ausgestrahlten Radiosendung geknüpft, in der der Verein aus Thüringen für eine Vereinspartnerschaft warb. Wie der Zufall so spielt: Harmonie-Sänger Albert Koob hörte am Autoradio mit, steuerte die nächste Telefonzelle an, klärte erste Details ab. Der Rest war nur noch Formsache. Festzuhalten bleibt: Die „Harmonie“ ist der erste hessische Verein, der schon vor der politischen Vereinigung eine Verschwisterung bewerkstelligte. Die Freundschaft hat auch 25 Jahre nach dem Mauerfall noch Bestand. Eine ganz andere Facette seines Wirkens an den Tag legt die „Harmonie“, wenn Prinz Karneval in „Hepprum“ Einzug hält. Kurz vor den Tollen Tagen lassen die Aktiven des Vereins die Fünf eine gerade Zahl sein und hauen gewaltig auf die närrische Pauke. Die Harmonie feiert in Jägers „gut Stubb“ regelmäßig Saalfastnacht, beteiligt sich am Gaudiwurm, versorgt das an der Umzugsstrecke harrende Volk mit „Weck, Worscht, Woi“ und schließt die Kampagnen traditionsgemäß mit einem Heringsessen ab. Das Motto 2015 nahm übrigens Bezug aufs Jubiläum: „Fuffzisch Johr wärd schun gesunge, die Harmonie hot guude Lunge.“ Sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Unser Dirigent Seit dem Herbst 2007 leitet Tobias Freidhof  die Harmonie-Chöre. Unter den Aktiven beider Formationen herrscht Einigkeit: „Ein Glücksfall für unseren Verein.“ Freidhof gab den  Mitgliedern des gemischten Chors wieder die fast schon verloren geglaubte Freude am gemeinsamen Singen zurück und baute parallel dazu die „New Harmonists“ auf. Unser Chorleiter stammt aus Alsfeld/Hessen. Er studierte an den Musikhochschulen Köln, Mannheim und Weimar und belegte nach dem ersten Staatsexamen Meisterkurse im Dirigieren. Von ihm geleitete Konzerte führten ihn sowohl in die Jenaer als auch in die Vogtland- Philharmonie. Dass es Tobias Freidhof beruflich in den Rhein-Neckar-Raum verschlug, war für mehrere Gesangvereine und Ensembles aus dieser Region ein Segen. Wo auch immer unser Dirigent den Taktstock übernimmt, hebt er mit unverkennbar eigener Handschrift das Niveau. Die Harmonie-Chöre hoffen, von seiner Arbeit noch lange profitieren zu können. -------------------------------------------------------------------------------------------------------------   IMPRESSUM: Herausgeber „Harmonie“ Heppenheim. Texte: Fritz Kuhn. Fotos: Vereinsarchiv, Dagmar Jährling. Druck: Ingrid Luber.
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